Der Verein „Gegen Kinderarmut ” ist am 23. November 2008 zu Gast im „Tropical Islands“
November 19th, 2008 by admin
im September 2008 wurde in Berlin der Verein „Gegen Kinderarmut “ gegründet.
Ziel des Vereins ist es, ein breites Netzwerk zu schaffen, auf dessen Grundlage sich bereits bestehende Projekte, Einrichtungen und Institutionen im Bereich der „Kinder- und Jugendhilfe“ zusammenschließen.
Es soll ein Zeichen gegen Kinderarmut gesetzt und dazu beitragen werden, Deutschland für das Thema „Kinderarmut im eigenen Land“ zu sensibilisieren.
Kindern, die in Armut leben, bleiben viele Chancen versperrt.
Es fehlen ihnen nicht nur Bildungs- und sinnvolle Freizeitmöglichkeiten, sondern vor allem auch soziale Kontakte.
Hier möchte der Verein Patenschaften vermitteln.
Unternehmen und Institutionen, die sich einsetzten möchten, bekommen Partnervereine vermittelt, um dort direkt Kindern zu helfen.
Der Verein „Gegen Kinderarmut “ möchte mit seinen Partnern verschiedenartige öffentlichkeitswirksame Aktivitäten in unterschiedlichen Bereichen, wie Kunst, Kultur, Sport und Musik etc. organisieren und gestalten.
Das „Tropical Islands“ hat sich entschlossen, den Verein „Gegen Kinderarmut“ in seiner Arbeit zu unterstützen.
So wurden 63 bedürftige Berliner Kinder des „SOS Kinderdorfes“, des „Spielraum
e. V.“ und des „Sehstern e. V.“ vom „Tropical Islands“ eingeladen, am 23. November 2008 dort einen ausgelassenen Tag zu erleben.
Die Kinder werden in Berlin vom „Tropical Islands“- Bus abgeholt.
Einen Tag lang können Sie kostenfrei alles im „Tropical Islands“ entdecken, werden den Tag über verköstigt und abends wieder nach Berlin gefahren.
Der Verein „Gegen Kinderarmut“ organisiert zusätzlich unter dem Motto „Laut & Stark gegen Kinderarmut“ auf der „Wayang-Bühne“ ein 45minütiges kulturelles Programm.
Beginn: 15 Uhr.
Mit dabei sind die Botschafter des Vereins „Gegen Kinderarmut“,
die Pop-Mädchengruppe „HIGH HEELZ“, das „SADAKO-Ensemble“ mit Wolfgang Baron von Hildebrandt, den Schirmherrn des Vereins Gegen Kinderarmut“, und Katja Vasilewa, eine stimmgewaltige Newcomerin aus Berlin.
In der Zeit zwischen 14 Uhr und 16 Uhr sind alle Besucher des „Tropical Islands“ aufgerufen, an der bundesweiten Aktion „ Painting-Hands“ teilzunehmen.
An der „Wayang“- Bühne gibt es die Möglichkeit, einen farbigen Handabdruck, symbolisch für eines der über 2,5 Millionen in Deutschland in Armut lebenden Kinder, auf ein Banner abzudrucken.
Zum Weltkindertag 2009 bzw. zur Bundestagswahl sollen dann alle bundesweit gesammelten Handabdrücke der Regierung übergeben werden.
Gegen 16 Uhr wird dann ein erlebnisreicher Tag im „Tropical Islands“ mit glitzernden Kinderaugen enden.
http://www.gegen-kinderarmut.de/
Finanzdebakel - Krise oder Chance ?
November 6th, 2008 by admin
Oder: Weshalb es keine Krise gibt
Alarm, die Wirtschaft bricht zusammen! So oder ähnlich geistert das Schreckgespenst durch die Medien. Und alle plappern nach, leider ohne zu denken. Was ich jedoch sehe, ist lediglich eine gewaltige Vermögensumverteilung. Das Geld wird ja nicht verbrannt und die Güter nicht eingestampft, und die Menschen leben ja trotzdem weiter. Wirtschaftszusammenbrüche und auch Aufschwünge sind seit je her nicht bloß Zufall, sondern stets weit im Vorfeld in Bezug auf mehrere Jahrzehnte hinaus clever geplante Strategien der Mächtigen der Mächtigen welche sich meist nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Politiker aller Parteien, Großkonzerne sowie religiöse Führer jeglicher Richtung werden genauso als deren Marionetten eingesetzt wie das gemeine Volk der Massen welche sich mit Leichtigkeit manipulieren lassen. Diesbezüglich möchte ich auch die sogenannte Umweltkatastrophenhysterie erwähnen. Mit solchen Hiobsbotschaften wird grundsätzlich einfach Geld generiert und Macht konzentriert. Damit werden bloß neue Wirtschaftszweige, weitere Gründe für neue Steuereinnahmen und Wege zur One World Order erschlossen. Eine echte Krise besteht also nicht wirklich, sie wird bloß gemacht um zu profitieren. Natürlich wie immer, auf Kosten der großen Mehrheit.
Kinderhilfswerk geboren
Das FREE SPIRIT Kinderhilfswerk hilft vorzugsweise Kindern und Eltern in Not. Wir sind der Meinung, dass Kinder eine Zujunft verdient haben. Sie sind es einfach Wert, dass wir Sie unterstützen und wir werden spätestens dann froh sein, wenn Sie grösser geworden sind und unsere Welt regieren. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen, wobei der Schwerpunkt auf die Hilfeleistung zu Gunsten von Waisenkindern und alleinerziehenden Elternteilen gelegt wird. Die Unterstützung geschieht in finanzieller, materieller und emotionaler Art in vereinsinternen und vereinsfremden Hilfsprojekten.
FREE SPIRIT COMPASSION ist ein rechtlich anerkannter und international tätiger Verein gemäss den Bestimmungen der Art. 60ff ZGB mit Sitz in der Schweiz. Unser Verein ist von der Steuer befreit und somit sind Deine Spenden an FREE SPIRIT COMPASSION abzugsberechtigt.
Die hilfsbedürftigen Menschen würden sich über Deine Unterstützung sehr freuen… Weitere Informationen findest Du auf unserer Hilfswerk-Homepage: www.freespiritcompassion.org oder Du meldest Dich einfach bei uns. Sehr gerne stehen wir Dir zur Verfügung.
Finanzkrise und Rezessionsangst lösen Sparreflex aus
November 5th, 2008 by admin
59 Prozent aller deutschen Konsumenten werden in diesem Jahr einen Großteil der Weihnachtseinkäufe über das Internet tätigen. Im europäischen Vergleich zählen die Deutschen damit zur Spitzengruppe. Einzig in England (60 Prozent) wird noch mehr online eingekauft. Dies fand eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Novametrie unter 3004 zufällig ausgewählten europäischen Verbrauchern heraus. Deutlich weniger ausgeprägt ist die Lust am Onlineeinkauf in Frankreich (50 Prozent) und Spanien (33 Prozent).
Ungetrübt ist das Vergnügen aber auch hierzulande nicht. Finanzkrise und Rezessionsangst lassen den Verbraucher die Ausgabenseite im Auge behalten. 267 Euro werden die deutschen Verbraucher in diesem Jahr im Schnitt in Weihnachtsgeschenke investieren. Der Sparreflex ist deutlich stärker ausgeprägt als etwa beim Engländer, der mit 450 Euro durchschnittlicher Investition erheblich spendabler ist. Der westeuropäische Durchschnitt liegt bei 309 Euro. Entsprechend agieren die Verbraucher zwischen Flensburg und Garmisch-Patenkirchen gewohnt preissensibel. 87 Prozent der deutschen Verbraucher werden im diesjährigen Weihnachtsgeschäft zu allererst auf den Preis achten. Und 84 Prozent nutzen das Internet nicht nur als Bezugsquelle, sondern machen sich im weltweiten Netz zuvor auch über das beste Angebot schlau.
| Quelle: GamesMarkt.de |
Steuer(n)
September 23rd, 2008 by admin
|
|
|
Tobin
Die Tobin-Steuer ist die Idee einer Steuer auf internationale Devisengeschäfte, genauer die Besteuerung kurzfristiger Spekulationen mit ausländischen Währungen zum Beispiel im Interbankenhandel, welche 1972 von James Tobin, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, vorgeschlagen wurde. Auf diese Weise sollte es ermöglicht werden, Finanzspekulationen einzudämmen, die vor allem kleineren Wirtschaftssystemen mit “schwachen” Währungen große Probleme oder gar Katastrophen bereiten.
Der von Tobin erdachte Steuersatz dafür liegt extrem niedrig (zwischen 0,05 und ein Prozent). Besteuert würden alle grenzüberschreitenden Geldtransfers mit dieser einheitlichen Steuerlast. Für den Laien mag der von Tobin vorgeschlagene Steuersatz zu niedrig erscheinen, um wirklich etwas bewirken zu können. Tatsächlich sind für Devisenhändler aber selbst vier Stellen hinter dem Komma (genannt PIP) relevant. Da es sich beim spekulativen Devisenhandel oft um das so genannte second trading oder minute trading handelt, wirkt sich eine Besteuerung auf die Geschäfte eines Traders also stark aus.
Die frühere Forderung Tobins nach einer Umverteilung von Kapital mittels der Besteuerung des Devisenhandels wurde von den Globalisierungskritikern, speziell von Attac, aufgegriffen. Attac schlägt die Einrichtung einer übernationalen Organisation vor, die mit den Einnahmen Umweltprojekte in den Entwicklungsländern fördern soll.
Tobin selbst hat sich in den letzten Jahren seines Lebens von der Mehrheit der Befürworter der Tobin-Steuer distanziert, unter anderem weil er seinen Namen von den globalisierungskritischen Bewegungen vereinnahmt sah und weil die Diskussion in wesentlichen Punkten und Zielsetzungen von seinem ursprünglichen Konzept abweicht, das die Steuerung von Devisenströmen im Blick hat und nicht die Finanzierung von Entwicklungshilfe.
- 1 Bewertung
- 2 Empirische Wirtschaftsforschung zur Wirksamkeit der Tobin-Steuer
- 3 Umsetzung
- 4 Literatur
- 5 Anderweitige Erwähnung der Tobin Steuer
- 6 Weblinks
- Die Studie von Prof. Hau
- Die Studie von Prof. Spahn
- Die Analyse des BMZ
- „Tobin Tax: Sand im Getriebe der Finanzmärkte“
- http://cowles.econ.yale.edu/faculty/tobin.htm
- http://www.attac.de/tobin/index.php
- http://go.to/tobin-tax
- http://www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/pmweb/30D46CA8CE6B4F5CC1256F950047F2CF
Friedenssteuer
Initiative für eine gesetzliche Friedenssteuer-Regelung |
|
Ich trete / Wir treten für eine gesetzliche Regelung ein, nach der niemand gegen sein Gewissen gezwungen werden darf, durch Steuern und Abgaben zur Finanzierung von Militär und Rüstung beizutragen.Stattdessen ist die Verwendung dieser Zahlungen für zivile Aufgaben sicherzustellen.
|
|
Ökologische Steuerreform
Die Ökosteuer ist eine Steuer auf den Energieverbrauch bzw. auf umweltschädliches Verhalten. Das Steueraufkommen dient teilweise der Reduzierung der Beitragssätze für die Sozialversicherung (Lohnnebenkosten). Das Konzept wurde Anfang der 1980er Jahre vom Schweizer Ökonom Hans Christoph Binswanger, der dazu immer noch im Förderverein Ökologische Steuerreform aktiv ist, entwickelt und verbindet zwei Ansätze:
- Besteuerung des knappen Gutes Energie mit dem Ziel der Steigerung der Effizienz des Energieeinsatzes.
- Verbreiterung der Basis für die Finanzierung der sozialen Sicherung.
Ökosteuern nutzen also das Steuerrecht um Anliegen der Umweltpolitik mit steuerlichen Maßnahmen zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang wird auch von einer Ökologisierung des Steuerrechts gesprochen. Damit ist gemeint, dass neue Steuern beschlossen oder einzelne Vorschriften von bestehenden Steuergesetzen so umgestaltet werden, dass sie Lenkungswirkung im Sinne des Umweltschutzes entfalten.
- 1 Volkswirtschaftliche Vorüberlegungen
- 2 Ökologische Steuerreform in Deutschland
- 3 Kritik an der Ökosteuer in Deutschland
- 4 Siehe auch
- Die Ökologische Steuerreform
AusWeg: Patentrezept “Goldring”
Unsere Politiker haben einen Amtseid geleistet, der lautet:
“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”
Die Realität:
Unsere DM wurde wohlwissend (Helmut Kohl, Altbundeskanzler) gegen den Willen und zum Schaden des Volkes durch den Euro ersetzt.
EU-Haushalt 2003: Deutschland zahlt netto 7,65 Mrd. €, Spanien erhält netto 8,73 Mrd. €.
Deutschland ist pleite!
Die Staatsverschuldung hat ein Ausmaß erreicht, daß fällige Kreditverträge nur durch neue Schulden abgelöst werden. Die Länderhaushalte sind desolat, die Kommunen eigentlich schon bankrott. Die Wirtschaft ist zum Großteil verschuldet und immer mehr Private geraten in die Schuldenfalle. Manche Leute sehen sich in einer ausweglosen Situation und begehen Selbstmord.
Ein Geldgeber ist nur deshalb noch bereit dem Staat Geld anzuvertrauen, weil er darauf hofft, daß bei Fälligkeit seiner Einlage ein anderer Geldgeber da ist, der seine Anlage (mit Zinsen) zurückzahlt (Schneeballsystem). Die endgültige Insolvenz ist dann gegeben, wenn die Kreditwürdigkeit des Staates soweit dahin ist, daß ihm kein Geldgeber mehr Geld anvertraut.
Es gibt „Die Tafel” (1929 hieß das „Suppenküche”)
Es wird angedacht, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, was die Kaufkraft weiter schmälert.
Es ist vorgesehen das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre anzuheben, was real eine Verlängerung der Arbeitslosigkeit bedeutet.
Öffentliche Einrichtungen gehen vermehrt in ausländische Hände über. Neuerdings stehen auch staatliche Immobilien zum Verkauf an. Warten wir ab wann der Reichstag dran ist.
Der große Teil unseres deutschen Währungsgoldes lagert außerhalb unserer Grenzen, nämlich bei der FED in New York.
Wir haben ausländische Militärstützpunkte in Deutschland.
TED-Umfrage „Bild“:
ca. 96% der Deutschen sind gegen die EU-Verfassung.
Abstimmung im Bundestag: ca. 96% der Abgeordneten stimmten für die EU-Verfassung.
Fragen von Panorama an die Politiker (Anja Reschke) haben ergeben, daß die Politiker überhaupt nicht wußten, worüber sie abgestimmt haben.
Telephonumfrage ZDF Okt. 2004 zum Beitritt der Türkei in die EU:
Ca. 18% stimmten für die Aufnahme, ca. 82% waren gegen den Beitritt.
Unabhängig vom Willen des Volkes wird von den Politikern der Beitritt angestrebt.
Wir haben eine Rechtschreibreform, die das deutsche Volk nicht wollte. Einige Zeitungen und Autoren schreiben heute noch „alt“.
Ganz nebenbei, den Dosenpfand hat wohl auch kaum jemand gewollt.
Unsere Regierung, egal welche Partei gerade Regierungspartei ist, handelt gegen den Willen und zum Schaden des Volkes, das sie zu vertreten hat und von dem sie finanziert wird.
Liebe Freunde, helft mit, diese Regierung loszuwerden!
Folgende Methoden halte ich für ungeeignet, bzw. wenig erfolgversprechend:
Unterschriftenaktionen,
Demonstrationen,
Politiker anzuschreiben oder anzusprechen,
Petitionen,
Wahlverweigerung oder ungültig wählen.
Ich sehe als erfolgversprechendste Möglichkeit, dieser „Elite” das Geld zu entziehen.
Dafür habe ich ein alternatives Geldsystem entwickelt. Die besonderen Merkmale sind:
1. Die Währung ist Gold
2. Es gibt keine Steuern und auch keine anderen Abgaben an den Staat
3. Jeder Bürger erhält von der Geburt bis zum Tod ein bedingungsloses Grundeinkommen (Bürgergeld in der Goldwährung)
4. Alle anderen Staatsausgaben sind problemlos finanzierbar (man muß es nur wollen).
Dieses System ist seit 1997 in einem praktischen Modell namens „Goldring” realisiert. Es hat somit eine Erprobungsphase im Kleinen von 8 Jahren hinter sich.
Probleme sind nicht aufgetreten. Es ist mein Ziel, den Goldring zu expandieren und damit unser herkömmliches menschenverachtendes Geldsystem abzulösen.
Das kann ich natürlich nicht alleine.
Dazu brauche ich viele - am besten alle - Menschen, die sich dem Goldring anschließen.
Wir, die Mitglieder, können bereits jetzt auf einige Geldausgaben in Euro verzichten und diese in der Goldwährung tätigen. Je mehr wir sind, um so weniger brauchen wir den Euro.
Wären alle (80 Mio.) dabei, brauchten wir den Euro überhaupt nicht mehr.
Damit wäre die Quelle versiegt, aus der unsere „hochverehrten” Politiker ihre Diäten und alle anderen Nutznießer dieses „Spiels” ihre Spekulations- und Zinsgewinne schöpfen.
Das ist natürlich ein weiter Weg. Ich denke aber, daß schon weit vorher, wenn als Folge des weiteren Abstiegs, eine „Kritische Masse” erreicht sein wird, ein Lawineneffekt einsetzt. Und dann kann es mal ganz schnell gehen.
Helft mit!
Günter Koch
Tel.: 09131-771532
e-Post: goldring@t-online.de
Die Zeit zum Handeln jedesmal verpassen
Nennt Ihr: die Dinge sich entwickeln lassen.
Was hat sich denn entwickelt, sagt mir an,
Das man zur rechten Stunde nicht getan?
Emanuel Geibel Januar 2006
Gliederung
September 23rd, 2008 by admin
|
|
Warum überhaupt Gliedern? Warum den Staat und seine Kräfte in drei, vier, fünf oder xy Elemente zerlegen?
… geht es nicht in Wirklichkeit jeweils um die Ganz- & Einheit? … sollten wir insgesamt Gliedern lernen?
Hat der Mensch insofern bereits gelernt bis Fünf zu zählen? Haben wir die Einheit, Polarität oder Trinität denn bereits gemeistert?
Die Tafelrunde ist z.B. in fünf Elemente gegliedert, weil sie die Gliederung des Menschen und seiner Kraft ansprechen will. Warum und wie der Staat in drei Elemente (nach Rudolf Steiner) bzw. Vier zerlegt werden will, findet sich hier. |
Die Kräfte unseres Staates sind derzeit in drei Elemente: Judikative - Legislative - und Executive aufgeteilt. Die Tafelrunde meint dabei, dass die Mediale ausgelassen wurde und propagiert eine Freie Mediale für Bildung, Problemlösung und den Erfolg des Projektes “Mensch”.
Dreigliederung
Mensch und Gesellschaft sind immer komplexer geworden. Die heutige Krise zeigt, daß wir dieser Realität nicht immer gewachsen sind. Sich für eine soziale Dreigliederung einzusetzen, heißt auf eine Gesellschaft hinzuarbeiten, die den Menschen vollnimmt, mit all seinen scheinbaren Widersprüchen.
Zu diesen inneren Widersprüchen gehören die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Sie lassen sich deswegen nur zu leicht gegeneinander ausspielen. Bekommt aber jedes Ideal einen eigenen Bereich, wo es sich voll ausleben kann, staunt man bald, wie es stattdessen zu einer gegenseitigen Befruchtung kommt. Was sind aber diese Bereiche?
Die Gleichheit läßt sich relativ problemlos dem Rechtsleben zuordnen. Wer aber beim Geistesleben an Freiheit denkt und unter Geistesleben nicht nur die Kultur, sondern auch die Bildung versteht, findet sich möglicherweise in der Minderheit. Und wer dem Wirtschaftsleben - statt die Freiheit - die Brüderlichkeit zuordnet, muß erst recht von der heutigen Wirklichkeit absehen und den Blick auf das versteckte Potential der Globalisierung werfen.
Vielleicht steht unsere Gesellschaft einfach auf dem Kopf, so daß sie erst wieder auf die Füße gestellt werden muß. Wer in diese Richtung arbeiten möchte, wird beim Ansatz der sozialen Dreigliederung wertvolle Anregungen finden.
Jeder Mensch ist eine Minderheit Freiheit im Geistesleben
Die Kultur lebt von der Kreativität und damit von der individuellen Freiheit. Wer hier die Gruppe über den Einzelnen setzt, macht beide zu Schatten ihrer selbst. Wie bekommt jeder von uns eine Chance, kultureller Grenzgänger zu werden?
Es gibt natürlich die Möglichkeit, nach der Schule erst einmal für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Aber wieso ist es uns noch nicht gelungen, aus der Schule selber eine Weltreise zu machen? Aus lauter Staatsnähe tendieren unsere Schulen dazu, aus der jeweiligen Mehrheitskultur eine Monokultur zu machen. Ganz abgesehen von der Wirtschaft, die sich am liebsten mit einer einheitlichen Weltsprache zufrieden geben würde.
Wer sich aber immer wieder in Frage stellen will, muß sich auch im Spiegel anderer Kulturen sehen können. Vielleicht kann er dann die eine Sprache nicht mehr so perfekt beherrschen, wird aber wenigstens nicht von ihr beherrscht.
Nicht umsonst schlägt die soziale Dreigliederung vor, die Schulen zu entstaatlichen, um sie als Bürgerinitiativen weiterzuführen. Wäre das nicht der Grundstein für eine wirkliche kulturelle Vielfalt?
Jeder Mensch ist die Menschheit Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben
Ist die Globalisierung nicht eine verpaßte Chance? Wer mit dem Zufall des Marktes rechnet, verrechnet sich oder den anderen. Wie bekommen wir Preise von denen alle leben können?
Wir haben heute die paradoxale Situation, daß es trotz Überproduktion zu Hungersnöten kommt. Kleinbauern in den Entwicklungsländern können der Konkurrenz der hochsubventionierten Agrarprodukte aus Europa und Amerika nicht standhalten und landen in die Armenviertel der Großstädte. Die Abschaffung aller Subventionen und Zölle würde das Problem aber nur verlagern. Einige Entwicklungsländer, die sich darauf eingelassen haben, haben es mit ihrer Industrie bezahlt.
Besser geht es den Kleinbauern, die am Fairen Handel teilhaben können und sich nicht mehr auf ihre Regierung verlassen müssen. Man kann von einer Vertragswirtschaft sprechen, die dabei ist, die blinde Marktwirtschaft abzulösen.
Angeregt durch die soziale Dreigliederung versucht Sekem auch im eigenen Land - Ägypten - einen Absatz für den Fairen Handel zu finden. Und in Europa richtet sich die Initiative Regiofair mit demselben Anliegen an die heimischen Bauern.
Jeder Mensch ist ein Bürger Gleichheit im Rechtsleben
Die Demokratie hat nicht umsonst die Sklaverei abgeschafft. Wer aber sein Unternehmen oder seine Aktien verkauft, verkauft Menschen. Wie lassen wir das Kapital so zirkulieren, daß noch mehr Arbeit, aber keine Menschen wegrationalisiert werden?
Verstaatlichungen lähmen die unternehmerische Initiative, Privatisierungen die soziale Verantwortung. Immer mehr sozial orientierte Unternehmer, die sich mit der sozialen Dreigliederung auseinander gesetzt haben, finden einen Ausweg aus diesem Dilemma.
Sie wollen freie Hand bei Investitionen behalten, wollen aber nicht, daß ihre Firma später in die Hände von Investoren gerät, die alles der Gewinnmaximierung opfern. Sie wollen auch nicht, daß ihre Kinder, die sich gar nicht dazu eignen, ihre Firma herunterwirtschaften. Statt, wenn sie nicht mehr weiter können, die Firma zu verkaufen oder zu vererben, bestimmen sie einen Nachfolger ihres Vertrauens und übertragen die Firma einer Stiftung.
Solche Unternehmer handeln aus sozialem Gewissen, so wie früher vereinzelt Sklavenhalter ihre Sklaven freigelassen haben. Unsere Demokratie steht aber vor der Aufgabe, die Verkäuflichkeit von Unternehmen so abzuschaffen, wie sie damals die Sklaverei abgeschafft hat. Mögen einige dabei viel zu verlieren haben. Noch mehr verlieren werden diejenigen, die meinen, gegen solche unverkäufliche Unternehmen bestehen zu können.
Jeder Mensch ist die Brücke Zusammenwirken der Extreme
Jeder Mensch ist also zugleich eine Minderheit, ein Bürger und steht für die ganze Menschheit. Soziale Einrichtungen müssen aber einfacher gestrickt sein. Sie können jeweils nur eins davon. Menschlich wird die Gesellschaft erst durch das Zusammenwirken der sozialen Einrichtungen, wenn diese anfangen, sich wirklich zu ergänzen, ohne einander vereinnahmen zu wollen.
Wer ist aber der Garant dafür, daß die sozialen Einrichtungen mit ihrer Einseitigkeit nicht auseinanderdriften? Niemand außer der Mensch selbst. Er ist es, der die Brücken schlägt. Er ist nicht nur Bürger im Staate, sondern auch aktiv im Kulturellen und im Wirtschaftlichen. Der Mensch ist die Einheit der Gesellschaft. Und je mehr er damit zu schaffen hat, desto besser.
Sylvain Coiplet
http://www.dreigliederung.de
Viergliederung
Hintergrund zur Viergliederung der Demokratie
Der Gedanke der Viergliederung des sozialen Systems wird von Johannes Heinrichs der Sache nach seit seinen ersten Vorlesungen «Sozialphilosophie» 1975 an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main vertreten und - nach einer Periode des Reifens und Abwartens - besonders in seiner Zeit als Professor für Sozialökologie an der Humboldt-Universität (Nachfolge Rudolf Bahro) in vielen Aspekten weiter erprobt. Auch wenn die theoretische Arbeit weitergeht, scheint nun die Zeit für praktisch-politische Umsetzung allmählich heranzureifen.
Zugrunde liegt die von Johannes Heinrichs entwickelte Reflexions-Systemtheorie des Sozialen: eine Verbindung von Handlungs- und Systemtheorie durch das Prinzip der wechselseitigen Reflexion der sozial Handelnden. Nach diesem Übergang von Handeln zum System wurde in der Kontroverse zwischen Jürgen Habermas und Niklas Luhmann (um 1970) vergeblich gesucht. Wichtig war ferner die kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit der Handlungs-Systemtheorie des großen amerikanischen Soziologen Talcott Parsons. Außer in einem unpublizierten «Leitfaden» zur Vorlesung Sozialphilosophie wurde der Grundansatz 1976 in dem Buch «Reflexion als soziales System. Zu einer Reflexions-Systemtheorie des Sozialen» (Bouvier-Verlag Bonn) einschließlich der Parsons-Kritik zuerst dargelegt, in Kurzform in dem fachlichen Aufsatz «Reflexion und soziales System» (1976).
Die Bezeichnung «Vierfachheit» und «Viergliederung des Sozialen» gebraucht J. Heinrichs als feststehendes «Etikett» erst seit Mitte der achtziger Jahre, und zwar als eine gewisse nachträgliche Verbeugung vor Rudolf Steiners weitgehend intuitiver Sicht und Rede von der «Dreigliederung des sozialen Organismus» (seit 1916). Die handlungs- und reflexionstheoretischen Grundlagen fehlen jedoch bei Steiner – ebenso wie die konkreten, institutionellen Folgerungen, die dementsprechend mit der Viergliederungs-Sicht verbunden sind. Es handelt sich also nicht nur um den Unterschied von 3 und 4, das heißt um die Notwendigkeit, beim sogenannten «Geistesleben» Grundwerte (unbedingte religiös-weltanschauliche Letztwerte) von kulturell bedingten Werten zu unterscheiden.
Die konkreten Folgerungen konzentrieren sich (besonders in Veröffentlichungen seit 1994) auf die Forderung nach einem viergliederten Parlament für das «soziale Haus (Oikos)». Die beiden folgenden Grafiken fassen in Kurzform zusammen, worum es geht.
Erstens, dass die latent immer vorhandenen, scheinbar allbekannten Subsysteme des Sozialen effektiv institutionell unterschieden werden. Dies bedeutet, dass des Grundproblem unserer Gesellschaften, die Dominanz der Wirtschaft, gelöst wird durch ein umgekehrtes Kompetenzensystem von Oben nach Unten, von den Grundwerten (Ebene 4) bis hinein in die Wirtschaft (Ebene 1) Abbildung 1
Zweitens, der springende Punkt für diese entscheidende Weiterentwicklung des sozialen Systems liegt bei der Legislative: Wir brauchen vier unterschiedene, eigens gewählte und eigens verantwortliche Parlamente, die zwar in einem hierarchischen, aber zugleich in einem kreislaufartig rückgekoppelten Verhältnis zueinander stehen. Abbildung 2
Es besteht der praktisch-politische Anspruch, dass hier eine notwendige neue Stufe von Demokratie, eine neue evolutionäre Synthese vorformuliert wird. Der Stagnations-Charakter unseres halbdemokratischen Systems liegt offen zutage. Nur die profitierende «politische Klasse» sowie die wirtschaftlichen Gewinner der Situation wollen noch nicht zugeben, dass es sich bestenfalls um eine Halbdemokratie (genauer: Viertelsdemokratie) oder um eine erste Vorform wirklicher Demokratie handelt. Diese ist seit der Französischen Revolution und der ersten Gewaltenteilungslehre nicht grundsätzlich weitergedacht und weiterentwickelt worden. Ihre theoriegeleitete praktische Erneuerung steht notwendig an – zugleich mit der Überwindung des Zinseszins- oder Rendite-Kapitalismus (zu unterscheiden von “freier” Marktwirtschaft. Ohne diese Fundamental-Reformen schlittern wir national wie global in tägliche größere soziale Krisen und gewaltsame Auseinandersetzungen hinein, die nur durch autoritärer werdende Staatsgewalt niedergehalten werden könnten!
Der Charakter der politischen Parteien, die heute wesentlicher Teil des Problems darstellen, würde sich nach Einführung des viergegliederten Parlamentes schlagartig verändern, und zwar vom ersten Wahlkampf an: Sie würden von derzeitigen Parteien struktureller Unsachlichkeit zu neuartigen Sachparteien werden, zwischen denen die echten Sachfragen bereichsspezifisch ausgetragen werden.
Das ganze Modell der Viergliederung versteht sich nicht sosehr als fixes und fertiges Gesellschaftsmodell denn vielmehr allererst als eine verfahrensmäßige, strukturelle Ermöglichung transparenter gesellschaftlicher Wertentscheidungen. Entgegen der herrschenden (!), schlecht-utopischen Auffassung von Demokratie als «herrschaftsfreiem Diskurs» besteht der öffentliche Meinungs- und Willensbildungsprozess nämlich – auf allen genannten Ebenen – nicht primär aus argumentativem Diskurs, sondern aus Kommunikation über Werte bzw. aus machtmäßigen Wertenscheidungen. Diese Wertentscheidungen müssen transparent gemacht und außerparlamentarisch wie parlamentarisch zum Austrag kommen.
Webseite von Johannes Heinrichs mit weiteren Texten: www.johannesheinrichs.de
http://www.netz-vier.de
Weltinnenraum des Kapitals
September 23rd, 2008 by admin
“Der Verknüpfung von Erzählung und Philosophieren, dem hervorstechenden Merkmal der Bücher Peter Sloterdijks, ist es zu verdanken, daß zu Beginn des 21. Jahrhunderts etwas Grundstürzendes über Globalisierung zu erfahren ist. Denn der Autor nimmt die mit der Erde als Kugel verbundenen historisch-philosophischen Eigenarten ernst und gelangt zur These: Was als Globalisierung gelobt oder verschrien wird, ist die Endphase eines mit der ersten Erdumrundung einsetzenden Prozesses. Und: Es lassen sich bereits Elemente für eine neue Epoche jenseits der Globalisierung registrieren. In der Endphase der terrestrischen Globalisierung hat sich das Weltsystem vollständig entwickelt und bestimmt als kapitalistisches die gesamten Lebensverhältnisse. Der Londoner Kristallpalast, Ort der ersten Weltausstellung 1851, dient Peter Sloterdijk als ausdrucksstärkste Metapher für diese Situation: Er stellt die unvermeidliche Exklusivität der Globalisierung vor Augen. Dieser Begriff meint demnach die Errichtung eines Komfortgebildes, also den Auf- und Ausbau eines Weltinnenraums, dessen Grenzen unsichtbar, von außen jedoch nahezu unüberwindbar sind und der von anderthalb Milliarden Globalisierungsgewinnern bewohnt wird – die dreifache Zahl von Menschen steht vor der Tür.” (Kurzbeschreibung des Verlags)
zum Buch Weltinnenraum des Kapitals von Frank Hartmann
(erschienen in Volltext - Zeitung für Literatur, Ausgabe 18, April/Mai 2005)
“… Erstaunlich, wie selten lesbare philosophische Bücher geschrieben werden. Philosophie rührt ans Grundsätzliche, ans menschlich Wesentliche. Ihre Thesen drehten sich schon immer um Gott und die Welt, um endliche wie unendliche Fragen. Manchmal aber auch nur um sich selbst – Philosophie in der modernen Welt hat sich mit ihren Spezialisierungen buchstäblich verzettelt, doch die Zeit der Zettelkästen ist längst vorbei. …” Zur Rezension ![]()
Rezension - Süddeutsche Zeitung vom 15.03.2005 (Kurzbeschreibung von www.perlentaucher.de
)
Martin Bauer erklärt Peter Sloterdijks Essay eher, als er ihn rezensiert, die Erklärungen aber lassen ein Interesse, wenn nicht sogar Vergnügen an dem “Schwindel erregenden Ideenreichtum” des Philosophen erkennen. Sloterdijk plädiert für eine Rückkehr aus der unbewohnbaren Zeit in den “gelebten Raum”, und will seinen Lesern beibringen, wieder wohnen zu lernen. In seiner vorgestellten Abhandlung zur Globalisierung argumentiert er mit Arnold Gehlen und Hans Freyer eher “deutsch-national”, bemerkt der Rezensent, der außerdem amüsiert feststellt, dass dabei die verbreiteten Globalisierungstheorien “en passant” nicht nur widerlegt, sondern schon eher “ridikülisiert” werden. Als “kenntnis- und facettenreich” würdigt Bauer auch die von Sloterdijk vorgenommene Einteilung der Globalisierung in drei Akten, namentlich “onto-morphologisch”, “terrestrisch” und “elektronisch”. Das Lokale sei schließlich aufgerufen, diser elektronischen Ortlosigkeit Paroli zu bieten. Martin Bauer jedenfalls ist dabei und ruft auch potenziellen Lesern zu: “Wohlan!
http://www.petersloterdijk.net

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005,
ISBN 3518416766, Gebunden, 415 Seiten,
¤ 24,80
amazon ![]()
zum Buch Weltinnenraum des Kapitals von Frank Hartmann ![]()
Zeit für Visionen
September 23rd, 2008 by admin
Vorwort zur Urversion (1.1)
Bei Wikipedia findet sich folgendes über die Entwicklungsgeschichte von Linux:
„1991 begann Linus Torvalds in Helsinki (Finnland) mit der Entwicklung einer Terminal-Emulation, um unter anderem seinen eigenen Computer besser zu verstehen. Mit der Zeit merkte er aber, dass sich das System immer mehr zu einem Betriebssystem entwickelte und kündigte es daraufhin in der Usenet-Gruppe für das Betriebssystem Minix, comp.os.minix an.
Im September des selben Jahres sollte das System dann auf einem Server den Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Da der damalige Server-Administrator mit dem von Torvalds angedachten Namen Freax nicht einverstanden war, stellte jener es statt dessen in einem Verzeichnis mit dem Namen Linux zur Verfügung. Torvalds widersetzte sich Anfangs dieser Namensgebung, gab seinen Widerstand aber schnell auf, da er nach eigener Aussage eingestehen musste, dass Linux einfach ein besserer Name war.
Heute ist Linux ein Betriebssystem, welches das Potenzial hat, Microsoft gehörig die Wurst vom Brot zu ziehen. Es hat sich nahezu selbst verbreitet, weil es offen war, weil es nicht dazu dienlich war, dass damit jemand reich werden wollte und weil es eben von Tausenden von Leuten mitentwickelt und weiterentwickelt wurde, weil die Motivation der Leute, die daran gearbeitet haben u.a. Spaß war, der Wille etwas zu bewegen, statt reich zu werden und eben auch einer großen Institution und Autorität in der Softwarebranche den Marsch zu blasen. Linux ist für mich eines der ersten Anzeichen wirklicher Demokratie in meinem Verständnis, das ich zu einem späteren Zeitpunkt erläutere.
In den Neunzigern begann im Internet eine Diskussion, die sich im Kern um zwei Begriffe drehte:
Kathedrale und Basar.
Die Kathedrale stand für das Institutionelle, Autoritäre, Formale, Strukturorientierte, für Ordnung, also für große Unternehmen oder große Organisationen. Die Kathedrale ist für mich dabei ein schönes Bild, dass die Metaeigenschaften solcher Organisationen fokussiert abbildet. Wenn ich da z.B. an die Amtskirche denke, dann fallen mir viele Vergleiche zu bestimmten Unternehmen ein. Sie sind unbeweglich und sicherheitsorientiert. Die Struktur ist in ihnen wichtiger als die Kultur. Kathedralen sind z.B. Microsoft, die Musikindustrie und damit auch die Medienindustrie allgemein.
Auf der anderen Seite steht der Basar sinnbildlich für das Chaos, für das Autoritätsfreie, Informelle, Kulturorientierte, das Selbstregulierende und ein bisschen etwas für Anarchie im weitesten Sinne, also für das Internet, für Linux, für die damals freien Musikportale wie mp3.com und heute für so etwas wie myspace.com.
Dieser Basar beschert der Kathedrale seit Jahren Schwierigkeiten und – die Kathedrale will das bis heute nicht wahrhaben – er wird langfristig ihr Untergang sein. Die Musikindustrie wird sich auch mit weiteren Megafusionen nicht mehr retten können, die Filmindustrie leidet ebenfalls schon unter der massenhaften „Piraterie“, auch Buchverlage klagen bereits, dass sich auf z.B. holländischen Tauschportalen zig Bücher und Hörbücher runterladen lassen.
Statt diesen Markt neu zu erfinden, tun sie genau das, was sie ihr ganzes Leben lang getan haben: Sie geben Befehle, verurteilen, suchen technische Tricks, um die vermeintlich illegalen Downloads zu stoppen oder versuchen es auf rechtlichem Weg. Der Gipfel der Hilflosigkeit dieser Industrien sind die Werbespots, in denen potenzielle Kunden kriminalisiert werden und ihnen mit einem gehörigen „A-fick“ im Knast gedroht wird. Dies entspricht genau der Welt, in der diese Leute immer noch leben. Sie wollen es nicht wahrhaben, dass ihre Zeit gekommen ist. Dies wird einen großen Teil dieses Machwerks ausmachen.
Doch zuvor eben die Parallele von diesem „Essay“ und Linux:
Meine Idee ist eine Art literarisches Linux. Ich will nicht mit dem Schreiben von Büchern Geld verdienen. Ich will nicht in den Chor der Hilflosen einstimmen, die sich darüber beklagen, dass sie durch „illegale“ Downloads wieder ein paar Euro verloren haben.
Zitat (sinngemäß) von Farin Urlaub von den Ärzten zu Downloads:
„Also zum ersten haben wir zu einer Zeit angefangen Musik zu machen, da hat die Musikindustrie noch gemeint, illegales tapen von Platten würde Künstler ruinieren. Wir haben mit unserer Musik soviel Kohle verdient, dass uns das nicht wirklich juckt. Heute verkauft ein Konzern wie Sony massenhaft CD Rohlinge. Worüber beschweren die sich eigentlich?“
Ich bin der Überzeugung, das Zeitalter der Bücher (Bücher – nicht Literatur) geht zu Ende. Auch dies, weil die „Macher“ der Branche vergessen haben wozu ihre Produkte da sind. Ich will hier kein Plädoyer für ausschließlich schöngeistige Bücher halten. Auf der anderen Seite: wenn wir uns mal erinnern, wofür der gute alte Gutenberg die Buchdruckkunst erfunden hat - zur Verbreitung der Worte des „Herrn“ - und was daraus heute geworden ist - Eine Geldverdienmaschine für untalentierte Memoirenschreiber - brauchen wir uns auch darüber nicht zu wundern. Nein – ich will hier nicht verkaufen, dass wir jetzt alle tief religiös werden und jetzt nur noch Bibeln oder andere Religionsklassiker lesen. Was ich zum Ausdruck bringen will ist: Wenn Bücher nicht mehr als Plattform dienen, für Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben, dann haben sie ihren Zweck verloren und das gilt genauso für die Unterhaltung. Für mich können Bücher hochunterhaltsam sein, wenn mir der oder die Autor/in wirklich was zu sagen hat. Doch auch für den Buchmarkt gilt immer mehr: Imitation ist profitabler als Innovation.
Ich habe etwas zu sagen. Direkt und ohne Umschweife und ich versuche es auf den Punkt zu bringen ohne dabei irgendwelchen Anonymen Kriterien zu entsprechen, die irgendwelche Lektoren in irgendwelchen Buchverlagen aufstellen um zu filtern, den wievielten „Simplify-Ratgeber“ sie jetzt rausbringen, in dem die selbe alte Suppe zum zweihundertfünfzigsten mal aufgekocht wird, weil es eben im Trend liegt und „sich halt einfach gut verkauft“. Ich brauche keinen Verlag, in dem mir irgendein Lektor sagt :“Das können sie aber so nicht schreiben!“
Doch! Ich kann! Schon passiert!
Außerdem habe ich mal ein paar Jahre in der Musikindustrie mitbekommen, wie das Geschäft läuft: Wenn’s ans Geld verdienen geht, halten erst mal eine ganze Menge Leute vorher die Hand auf. Das ist so lange nicht wirklich dramatisch, solange die Bedürfnisse der Künstler noch berücksichtigt werden. Wenn diese allerdings zur Nebensache degradiert werden dann hört der Spaß für mich auf und das sehe ich bei Büchern ähnlich.
Also noch mal: Ich brauche keinen Verlag – ich brauche EUCH! Ihr Leser/innen „da draußen“: Helft mir eine Idee weiterzuentwickeln und zu verbreiten. Ihr könnt mir dabei auf zwei Arten helfen:
Zum einen könnt Ihr mir ein Feedback geben, über das, was Ihr gelesen habt. Die Weiterentwicklung besteht darin, dass ich Feedbacks, die mir gefallen aufnehme und sie in den Text einarbeite. Ein Beispiel dafür wird sich später in einem kleinen Gedankenexperiment finden, das auf eine Anregung eines alten Freundes zurückgeht (Christophchen
) Von diesem Text gibt es eine Testversion, die ich an einen engeren Kreis rausgeschickt habe, um die Reaktionen zu testen und einiges davon ist bereits verbraten. Ich freue mich auch darüber, wenn mir jemand einganzes Kapitel schreibt und als Feedback zuschickt. Vielleicht kann ich ja sogar den oder die ein oder anderen dazu inspirieren, selbst aktiv zu werden und einen eigenen Essay zu meinen Ansätzen zu schreiben und ihn zu verbreiten.
Zum anderen könnt Ihr das, was Ihr da lesen werdet einfach nur weiter verbreiten. Wenn jede/r, der/dem es gefällt an fünf Leute weiterschickt, dann habe ich mein Ziel erreicht: Eine Idee zu verbreiten und damit einen Diskurs anzuregen. Vielleicht schaffe ich es, daraus im Internet ein Forum zu machen, auf dem wir uns irgendwann austauschen können (was mir zum jetzigen Zeitpunkt zu viel Arbeit ist).
Hier ist der Basar. Hier ist Version 1.1
Lasst es Euch schmecken!
http://krid.blogg.de: Dirk Hüther Zeit für Visionen (pdf)
Panokratie
September 23rd, 2008 by admin
Bonzeladel, Bundesadler und Bettelarme
oder
Exponentielle Geldvermehrung
Ach, Achtziger! Ach, goldene Achtziger Jahre! In den Achtziger Jahren war die Welt der Sozialen Marktwirtschaft noch OK. Die Wirtschaft florierte. Der Schweizer Franken war hart. Der Österreichische Schilling schillerte. Die Deutsche Mark war markig. Die Wolkenkratzer Frankfurts kratzten die Wolken. Oder besser gesagt, sie hätten gerne Wolken gekratzt. Doch am Himmel des Kapitalismus war nur eitel Sonnenschein. Vom Sommergewitter, das sich 1990 aufbraute, war in der Wirtschaft noch nichts zu erkennen.
Die Bedingungen der Achtziger waren günstig für den Kapitalismus. Er mutierte zu einer Art Ersatzreligion. Wessis, Ossis, SchweizerInnen, “ÖsterReicherInnen” und “ÖsterÄrmerInnen” glaubten in heiliger Einfältigkeit an den dekadenten Gott des Geldes. Anstatt vom Nikolausi kamen die Gaben nun vom schnöden Mammon und den sieben Wirtschaftsweisen aus dem Wirtschaftswunderland.
Die KapitalistInnen hatten sogar einen Jesus der Marktwirtschaft. Dieser Jesus Chistus hieß Ludwig Erhard. “Er hard” heilige Wunder vollbracht, heilige Wirtschaftswunder. Wen wundert’s da, daß er ebenfalls gekreuzigt wurde. Die christlich-sozialen WählerInnen huldigten ihm nämlich mit einem Kreuz auf den Wahlzetteln. Halleluja! Der Ludewig lief zwar nicht über die Wasser des Sees Genezareth, aber zumindest war er mit allen Wassern gewaschen und lieferte die seelige Genesung.
Wo ein Jesus Christus ist, muß als Gegenpart der Teufel her. Der Teufel ist bekanntlich rot und lebt in der schwarzen Hölle. Und so mußte der rote Kommunismus und die schwarze Anarchie als Synonym für alles Böse herhalten.
Das fiel den KapitalistInnen auch gar nicht schwer. Schließlich gab’s damals die Mauer noch. Und die Unterschiede in der Wirtschaftsversorgung waren unübersehbar. Hier florierte die Wirtschaft, dort drüben herrschte eine Bananenrepublik. — Hier gab es Bananen, do drieben gob’s geene Bononen. — Hier hui, drüben pfui.
Doch wahrlich, wahrlich, der heilige Panokrator saget Euch, die Menschen fallen vom Glauben ab. Das Unglück begann in den Tagen des Falls der Mauer, nicht der von Jericho, sondern der von Berlin. Nach den fetten Jahren begannen sieben magere Jahre. Die neue Armut durchzog das ganze Abendland. Armen! — Pardon, ich meine Amen!
Seit dem Fall der Mauer ist nichts mehr so wie vorher. In der EG stieg die Arbeitslosigkeit im Sommer 1997 auf über elf Prozent. Dies ist an und für sich schon eine alarmierende Zahl, doch in Wahrheit ist die Situation noch verheerender. Denn in vielen EG-Ländern werden die Arbeitslosenstatistiken schöngerechnet. In Holland wird zum Beispiel niemand mehr als arbeitslos eingestuft, der einen Gelegenheitsjob angenommen hat. In Großbritannien wird die hohe Arbeitslosigkeit dadurch kaschiert, daß sich viele Langzeitarbeitslose nicht arbeitslos melden. Rund 300.000 workless people tauchen in der Statistik nicht auf, weil sie keine Unterstützung mehr erhalten. Statistisch entzaubert liegt damit die Arbeitslosenquote in Großbritannien bei mindestens sieben Prozent. — Enjoy Seven Up! Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel in Europa je nach Region höchst unterschiedlich aus. Spanien, Portugal, Finnland und die Schweiz blieben noch einigermaßen verschont. Schlimm hat es dagegen Frankreich, Schweden und Belgien getroffen. Doch den Vogel schoß Deutschland ab — und der abgeschossene Vogel ist eher als Pleitegeier denn als Bundesadler zu bezeichnen. Kein anderes europäisches Land hat einen vergleichbaren Absturz erfahren. Deutschland hat derzeit mehr als 4,7 Millionen Arbeitslose zu verzeichnen. Das liegt fast in derselben Größenordnung wie bei der großen Weltwirtschaftskrise 1930. Die Tendenz ist steigend. Wenn sich nichts ändert, erlebt das braune Wirtschaftswunderland bald sein blaues Wunder.
Die finanzielle Zeitbombe tickt. Denn auch bei Bund, Ländern und Gemeinden stehen weitere Entlassungen bevor. Denn sie werden in absehbarer Zukunft noch weniger Geld haben, um ihre Angestellten zu bezahlen. So fehlen derzeit 18 Milliarden Mark in den bundesdeutschen Haushaltskassen. 1998 werden sogar voraussichtlich 31 Milliarden Mark fehlen. Die Finanzlöcher wachsen scheinbar derzeit noch schneller als die Ozonlöcher. Diese Schuldenlöcher lassen sich in absehbarer Zukunft auch nicht mehr flicken. VerFLICKst und zugenäht!
Theo Waigel will die Löcher dennoch stopfen. Er will die nationalen Goldreserven neu bewerten. Mit dieser goldigen Wirtschaftspolitik braut sich etwas zusammen, und zwar nicht nur die dichten Augenbrauen über Theo Waigels besorgten Augenrändern. Theo gegen der Rest der Welt! Theo gegen den Rest vom Geld! Nun gibt Theo allerdings den Devisen den Rest.
Die derzeitige wirtschaftliche Situation ist ziemlich schizo. Denn trotz hoher Arbeitslosigkeit, neuer Armut und einer Gesamtstaatsverschuldung von circa 2,3 Billionen D-Mark geht es der Wirtschaft prächtig.
Noch nie haben die europäischen Großkonzerne so große Gewinne eingefahren wie zur Zeit. Der DAX steigt in schwindelerregende Höhen. Aber von diesem Wirtschaftswachstum profitieren derzeit nur die Reichsten der Reichen wie BörsenmaklerInnen und böse “Mark-lerInnen.”
Durch das Wirtschaftswachstum werden zwar voraussichtlich in Zukunft auch für Grethi und Plethi wieder vermehrt Stellen frei. Doch dies ist nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Auf lange Sicht wird es bis zur Jahrtausendwende keine spürbare Entlastung auf dem Arbeitsmarkt geben. Von der von Kohl versprochenen Halbierung der Arbeitslosenzahlen von (damals) acht Prozent auf vier Prozent kann jedenfalls keine Rede sein. Solche Versprechen sind reine VerKOHLung. Das Bundesministerium für Wirtschaft prognostiziert sogar bis zur Jahrtausendwende eine Steigerung der Arbeitslosenquote von derzeit rund neun Prozent auf 15 bis 17 Prozent. Dies wäre eine Verdoppelung der Arbeitslosenquote seit Kohls Versprechens-Verbrechen!
Auch eine andere Prophezeihung vom Bundeskanzler scheint unerfüllt zu bleiben. Anstatt der versprochenen blühenden Landschaften im Osten verdorren die blühenden Landschaften im Westen. Die Unternehmensinsolvenzen stiegen seit 1993 jährlich um circa 3.000 auf nun 29.500 Firmenpleiten pro Jahr. Dieser Trend wird sich laut Prognos noch mindestens bis ins Jahr 1999 fortsetzen.
Doch viel schlimmer als die industriellen und kommunalen sind die sozialen Schäden. Denn langsam aber sicher bricht der Mittelstand weg und es entsteht eine Zweiklassengesellschaft. Die eine Hälfte schwimmt im Reichtum, die andere Hälfte verarmt.
Die neue Armut wächst derzeit wie ein Krebsgeschwür. Während Anfang der achtziger Jahre nur rund zwei Prozent der deutschen Kinder in existentieller Armut aufwuchsen, sind es nun schon rund 34 Prozent. Die psychischen und physischen Folgeschäden, die dadurch entstehen, werden uns noch Jahrzehnte begleiten.
Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Bielefeld (BAG) ist 1998 infolge von Mietschulden eine große Obdachlosenwelle zu erwarten. Da in Westdeutschland schon jetzt 880.000 Obdachlose existieren, ist dies eine Katastrophe.
Neben der Obdachlosigkeit ist eine Gettoisierung zu beobachten. In manchen westdeutschen Großstädten wie Berlin, Frankfurt und Offenbach wachsen langsam Wellblechdörfer heran. Dies wird von den Medien totgeschwiegen.
Crack, einstmals ein Phänomen amerikanischer Gettos, breitet sich nun auch in diesen mitteleuropäischen Vorstädten aus. Crack ist der Gradmesser für substanzielle Armut. Jeder weiß um die Folgen von Crack. Daher werden nur solche Menschen Crack einnehmen, die mit ihrem Leben abgeschlossen haben, die keine Zukunft mehr für sich sehen.
In Österreich und in der Schweiz sind die Probleme noch nicht derart gravierend. Österreich hat im internationalen Vergleich eine extrem niedrige Arbeitslosenquote von circa vier Prozent. Der Export wird vorraussichtlich dieses Jahr um 6,5 Prozent zulegen. Auch in der Schweiz ist die Arbeitslosigkeit eher moderat. Im wirtschaftlichen Vergleich der europäischen Staaten ist die Schweiz noch immer auf einer der drei Siegerplätze zu verzeichnen. Gleichwohl wächst langfristig auch in den Alpenländern die Staatsverschuldung und die Arbeitslosigkeit. Auch hier bricht der Mittelstand weg. Insbesondere in der Schweiz steht das Alpenglühen auf Alarmstufe rot, denn in der Eidgenossenschaft wird seit 1990 kein Wirtschaftswachstum mehr verzeichnet. Der wirschaftliche “Alpentraum” könnte bald einem wirtschaftlichen Alptraum weichen.
Diese Probleme werden natürlich von den Regierungen kaschiert. Die Medien stellen weiterhin die Wirtschaftsmisere als ein vorübergehendes Problem dar. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden immer noch als Wohlfahrtsstaaten tituliert.
In Wahrheit jedoch steuert Zentraleuropa auf südamerikanische Verhältnisse zu. Einige reiche Glückspilze und “GroßgrowbesitzerInnen” fahren zwar fette Gewinne ein. Der größte Teil der Bevölkerung verarmt jedoch. Noch nie klaffte die Schere zwischen reich und arm so weit auseinander wie heute.
Besonders schlimm hat es die Jugend Zentraleuropas erwischt. Sie wächst derzeit in starre Strukturen hinein. Alle bevorzugten Arbeitsplätze sind von älteren Generationen besetzt. Substantielle Bedürfnisse wie gesunde Ernährung, Ausbildung, Wohnung und eine sinnvolle Arbeit werden der Jugend verwehrt.
Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sind derzeit ähnlich hoch, wie im Lotto zu gewinnen. Falls Sie zu den Glückspilzen mit Ausbildungsplatz gehören, ist noch lange nicht gewährleistet, daß Sie danach einen Job bekommen. Ohne Vitamin B läuft gar nichts mehr.
Auch den Studis geht es nicht besser. Die Studienbedingungen werden zunehmend unrealistisch. Dies gilt für den Numerus Clausus, die BAföGkriterien, die Klausurenanforderungen und die Studienangebote. Wenn sich PolitikerInnen über LangzeitstudentInnen beschweren, ist das reiner Zynismus. Haben Sie dennoch den Spagat geschafft und ein Studium absolviert, sind Ihre Chancen gleich null, einen vernünftigen Beruf zu bekommen.
Auch wohnungstechnisch hat es die Generation X “schwerlinks” leicht. Keine andere Generation dieses Jahrhunderts ist schlimm von Obdachlosigkeit betroffen. Mittlerweile suchen rund 40 Prozent der Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren verzweifelt eine Wohnung. Im normalen Stadtbild fällt dies kaum auf, da die meisten unter unerträglichen Bedingungen in Notlösungen übernachten.
Not macht erfinderisch. Viele aktive Jugendliche greifen zur Selbsthilfe. Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht und leben in Wagenburgen oder in besetzten Häusern. Den Regierungen in Stuttgart und Berlin fällt dazu nichts besseres ein, als die Wagenburgen mit brachialer Gewalt zu räumen.
Doch das schlimmste Übel unter dem viele Jugendliche zu leiden haben, ist die existentielle Armut. Ständige Finanznöte lassen viele Jugendliche in einer Art Dämmerungsbewußtsein dahinvegetieren. Ein menschenwürdiges Dasein ist nicht mehr möglich. Das Überleben in diesen finanziellen Notzeiten erfordert viel Kreativität.
Manche schnorren sich durchs Leben. Dies geht aber auch nicht mehr so einfach. Schließlich gibt es bei der Massenarmut nicht mehr so viele, die sich anschnorren lassen. Und schon gar nicht mit der HasdemalneMack-Masche. Oder sie liegen den Eltern auf der Tasche. Dies wirkt sich natürlich nicht gerade förderlich auf den Generationenkonflikt aus. Besonders gut für’s Selbstwertgefühl ist dies auch nicht. Die eher rabiaten ZeitgenossInnen stehlen oder rauben. Nicht umsonst stiegen Eigentumsdelikte von 1989 bis 1997 in den von Massenarbeitslosigeit betroffenen Regionen auf das Fünffache an. Andere dealen und leben ständig unter dem Damoklesschwert des Betäubungsmittelgesetzes. Wieder andere arbeiten unter absolut unerträglichen Bedingungen. Diplom-Informatiker zersägen Paletten für sechs D-Mark die Stunde. Diplomierte Sozpäds tippen Adressen ein. Promovierte MedizinerInnen stapeln Kisten. Meist ist es jedoch eine Kombination aus allem. Ein bißchen Schnorren hier, Stereoanlage verscherbeln da, einen Hunni von der Omi anbaggern, einen Zwanni verchecken, auf dem Acker das Fallobst sammeln oder ein paar Mark bei einem Zeitarbeitsjob verdienen.
Leben läßt sich das nicht nennen, denn Leben benötigt ein Lebensziel. Es ist eher ein sinnloses Aneinandervorbeivegetieren ohne jedweden Zusammenhang. Kein Wunder, daß die Stimmung der Generation X zwischen Resignation und Aggression hin- und herpendelt.
Die Unzufriedenheit der Jugend nutzen rechte RattenfängerInnen aus, um den Strudel der Armut rechtsdrehend zu machen. Sie bieten einfache und höchst öminöse Erklärungen für die Misere an. Laut Nazis sind AusländerInnen oder gar das Weltjudentum für die Misere verantwortlich.
Im mittleren Lager sind die Erklärungen zwar schon vernünftiger, die wahre Ursache der Massenarmut wird jedoch trotzdem verfehlt. Bei den Konservativen sind es die ewig überstrapazierte Kosten der Deutschen Einheit. Bei den Liberalen ist es die Globalisierung des Arbeitsmarktes. Bei den Linken ist es Waigels katastrophale Finanzpolitik. In Österreich ist es der vorschnelle Beitritt zur EU. In der Schweiz dagegen sind es eher die Löcher im Exporthaushalt, die dort so häufig sind wie die Löcher im Schweizer Käse. — Doch das ist alles Käse!
Die Argumente bezeugen die Unfähigkeit der PolitikerInnen, über den Tellerrand hinauszuschauen und zeigen, daß sie sich im Gestrüpp des komplizierten Wirtschaftsgeschehens verstricken. Die Wirtschaft ist tatsächlich ein wahnsinnig komplexes Gebilde. Sie brauchen trotzdem nicht ProfessorIn für Wirtschaftsfragen an der Harvard University zu sein, um zu verstehen, warum derzeit alles den Bach runtergeht. Sie brauchen ja schließlich auch nicht ChefköchIn vom Ritz zu sein, um zu schmecken, daß eine Suppe versalzen ist!
Und das Salz des Lebens schmecken Sie, wenn Sie folgende Story von der goldenen Wirtschaftsbibel lesen!
Nehmen Sie einmal an, Jesus Christus hätte den Gegenwert von einem Pfennig auf ein Konto eingezahlt. Das Konto wäre mit fünf Prozent verzinst. Schon im Jahre 1403 hätten Sie von den Zinsen eine Goldkugel in Größe der Erde kaufen können. 1997 wäre Ihnen schon eine Vergoldung alle Planeten und Sterne des Universums finanziell möglich gewesen. Das goldene Zeitaler wäre angebrochen! Und das ohne Waigelsche Goldneubewertung! Halleluja!
Sie sehen an diesem Beispiel vielleicht schon, daß an der Religion des Kapitalismus irgendetwas faul ist. Geld wächst exponentiell und somit in der Endphase galaktisch schnell. Ein solches exponentielles Wachstum gibt es in der Natur nur in Form eines Krebsgeschwulstes. Alle natürlichen Prozesse haben dagegen ein begrenztes S-förmiges Wachstum. Geld ist somit eine Art Krebsgeschwür in unserer Gesellschaft. Durch seine bösartigen Metastasen wird die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung bedingt:
Stellen Sie sich einmal reiche Menschen vor! Ihre virtuellen BonzelInchen können das meiste ihres Geldes investieren. Sie können sich Aktien, Immobilien, Firmenanteile, Optionsscheine und sonstige nette Dinge kaufen. All dies bringt ihnen noch mehr Gewinn. Durch den Gewinn werden sie noch reicher. Reiche Menschen haben also die Möglichkeit, noch reicher zu werden. Zumindest wenn ihr Einkommen über der Investitionslinie liegt.
Nun sinnieren Sie einmal über richtig arme SchluckerInnen, die unter dem Existenzminimum leben! Diese pudelarmen Kreaturen haben keine Möglichkeit, in die Zukunft zu investieren. Von Aktien, Immobilien, guter Bildung und körperlicher guter Ernährung können sie nur träumen. Sie müssen ständig der Kohle hinterherhecheln und womöglich noch einen Kredit aufnehmen, um ihre nächste Miete bezahlen zu können. Da sie diese mit Zinsen zurückzahlen müssen, geraten sie in immer tiefere Verschuldung. Vorrausgesetzt natürlich, sie kommen nicht auf die kriminelle Tour oder gewinnen sechs Richtige im Lotto. Ersteres ist unwahrscheinlich verwerflich, letzteres ist verwerflich unwahrscheinlich.
Nun denken Sie vielleicht, es gibt doch auch etwas dazwischen, die guten alten MittelständlerInnen. Sie machen doch im Kapitalismus das Gros der Bevölkerung aus. Sie können sich durch Blut, Schweiß und Mühen ein gutes Einkommen sichern. Möglicherweise wird für sie der Traum vom trauten Eigenheim, einer vollprogrammierbaren Waschmaschine und sogar einem grow!-Jahresabo wahr. Da mögen Sie recht haben. Doch die MittelständlerInnen leben stets einen Schritt vor’m Abgrund der Armut. Sie dürfen sich keine Fehlinvestition leisten. Jeder größere finanzielle Verlust kann für sie die Katastrophe bedeuten, sei es eine arbeitsverhindernde Krankheit, sei es ein Hausbrand ohne Versicherung oder ähnliches. Dann geraten sie in Gefahr, Kredite aufnehmen zu müssen und zu armen SchluckerInnen zu werden. Dagegen ist die Möglichkeit für unsere MittelständlerInnen, zu reichen BonzInnen zu werden, höchst gering. Die meisten Firmen gehen schließlich erst einmal pleite. Dann ist ihr Versuch, über einen Kredit zu reichen BonzInnen zu werden, nach hinten losgegangen und sie sind arme SchluckerInnen. Das heißt, immer mehr Menschen aus dem Mittelstand werden zu armen SchluckerInnen.
Wie Sie sehen, werden die Armen automatisch immer ärmer und die Reichen immer reicher. Zudem wird der Mittelstand automatisch ausgedünnt. Dies hat mit dem exponentiellen Wachstum von Geld und Kapital zu tun.
Die Schere zwischen arm und reich klafft von Jahr zu Jahr weiter auseinander. Nicht umsonst haben mittlerweile die 400 reichsten Menschen der Welt so viel Geld wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.
Irgendwann ist es so weit, daß die wenigen Reichen ihre Produkte nicht mehr in der armen Bevölkerung absetzen können. Die Nachfrage stagniert. Dann bricht die Wirtschaft völlig zusammen. Das System des Geldes zerstört sich so am Ende selber. Schluß! Ende! Finito! Zip und Zappenduster! Ein KO von Kohle, Kosten, Konten und Konsum.
Das totale KO ist total OK. Denn ein Ende von ist immer auch die Chance für einen Neuanfang. — Hoffentlich ein Neuanfang ohne Geld. In der Panokratie gibt es daher kein Geld! Auch sonstige Tauschmittel existieren nicht mehr.
Erst wenn der Rubel nicht mehr rollt und der Dollar nicht mehr dollt, können Sie frei werden. Dann sind Sie ein Held in einer Welt ohne Geld!
Geldlose Schenkwirtschaft
oder
Planlose Planwirtschaft und arbeitslose Marktwirtschaft
Da in Tjo kein Geld existiert, muß die Wirtschaft anders strukturiert werden. Im folgenden wird dieses panokratische Wirtschaftsystem erklärt. Betrachten wir erst einmal das Wirtschaftsystem innerhalb einer Moyzelle:
Alle MoyzellenbewohnerInnen arbeiten aus freiem Willen nach ihren Fähigkeiten und Wünschen und verschenken danach ihre Güter beziehungsweise Dienstleistungen an die übrigen Moyzellenmitglieder.
Dieser von mir postulierte Altruismus der MoyzellenbewohnerInnen ist nicht illusorisch, wie auf den ersten Blick vermutet werden könnte. Die MoyzellenmitgliederInnen sind sich schließlich untereinander sympathisch und vertraut, sonst würden sie nicht zusammenleben.
Außerdem ist eine Moyzellengruppe überschaubar klein. Die einzelnen Moyzellenmitglieder können sich daher mit der Moyzelle identifizieren und werden gerne für das Wohl der übrigen Mitglieder arbeiten. Das Hab und Gut wird untereinander geteilt und von allen benutzt.
Ansatzweise funktioniert dieses Wirtschaftssystem schon heute in Cliquen, in denen dicke Freundschaften bestehen. Hier gibt einer dem anderen aus. Jeder beschenkt jeden. Wagen und Wohnung des einen werden vom anderen mitbenutzt. Steckt einer der Clique in einer materiellen Krise, so wird ihm von den anderen Freunden ausgeholfen. Das Wirtschaftssystem innerhalb einer Moyzelle wird ähnlich, jedoch noch extremer sein.
Tauschwirtschaft
oder
Gibst Du mir Steine, geb’ ich Dir Schand’!
Sie sollten das panokratische Wirtschaftssystem nicht mit einer einfachen Tauschwirtschaft verwechseln! Das panokratische Wirtschaftssystem ist vielmehr eine parzellierte Schenkwirtschaft. Die Schenkwirtschaft läßt im Gegensatz zur Tauschwirtschaft einen prosperierenden Handel zu. Wir erläutern das anhand des allgemeingültigen Dreieckshandelsproblems:
Person A stellt Produkt A her und benötigt Produkt B.
Person B stellt Produkt B her und benötigt Produkt C.
Person C stellt Produkt C her und benötigt Produkt A.
In der Tauschwirtschaft könnte hier keine Transaktion stattfinden, sofern die drei Personen sich nicht untereinander absprechen. Bei drei Personen ist dies eventuell noch möglich, sofern sich Person A, B und C untereinander kennen und der Wert der einzelnen Produkte äquivalent ist. Dies ist jedoch äußerst selten der Fall. Außerdem werden oftmals mehr als drei Personen in eine benötigte Transaktion envolviert sein, wie in unserem Beispiel. In der realen Tauschwirtschaft wird meist kein Handel stattfinden, auch wenn er für alle Beteiligten von Vorteil wäre.
Marktwirtschaft
oder
Yuppie du — Yuppie die!
Mit der Erfindung des Geldes, wird dieses Problem gelöst. Jeder der Beteiligten bietet sein Produkt auf dem Markt an, und erhält beim Verkauf als Gegenwert eine bestimmte Menge des allgemeingültigen Zahlungsmittels. Mit dem erworbenen Geld kann er dann das benötigte Produkt kaufen. Die Lösung unseres Tauschproblems in der Marktwirtschaft lautet daher:
Person A verkauft Produkt A und kauft Produkt B.
Person B verkauft Produkt B und kauft Produkt C.
Person C verkauft Produkt C und kauft Produkt A.
Die Marktwirtschaft ermöglicht somit einen effizienteren Handel als die Tauschwirtschaft. Durch die Erfindung des Geldes werden keine Absprachen mehr benötigt, die sich bei zunehmender Komplexität der Ökonomie derart kompliziert und aufwendig gestalten, daß sie nicht mehr zu bewältigen sind. Einfach Kasse!
Allerdings zeitigt die Einführung des Geldes auch negative Konsequenzen. So bietet sich erstmals die Möglichkeit der Verschuldung und damit der Verarmung und subtilen Ausbeutung.
Während Reiche ihr Geld anlegen und investieren können, haben Arme diese Möglichkeit nicht, da sie das erworbene Geld zum Leben benötigen. Geraten Arme in eine Notsituation, müssen sie Kredite aufnehmen und sie später mit Zinsen zurückzahlen. Diese Zinstilgung kann zur Kreditneuaufnahme und zu einem Teufelskreislauf der Neuverschuldung führen, aus dem sich der Schuldner nicht mehr befreien vermag.
Der Arme darf sich keine finanziellen Experimente leisten, während der Reiche auf einem fetten Kapitalpolster ruht und auch riskante Investitionen machen kann. Der Reiche wird so zunehmend reicher und der Arme immer ärmer. Der Reiche vermag von den Zinsen und Erträgen seines investierten Kapitals zu leben. Der Arme muß tagtäglich für seinen Lebensunterhalt schuften.
Das läßt sich auch leicht nachrechnen. Bei einer sechsprozentigen Verzinsung werden die 82 reichsten Leute Deutschlands jeweils täglich um 32 Millionen Mark reicher, ohne dafür nur ein Goldfingerchen zu krümmen!!! Dies entspricht dem gleichzeitigen Nettoverdienst von 438.000 Arbeitern. Das ist die angebliche Gerechtigkeit unserer sozialen Marktwirtschaft!
Der Slogan der kapitalistischen Lobby, daß sich in der Marktwirtschaft die Leistung lohne, ist somit ein Trugschluß! Fleiß und Leistung führen in der Marktwirtschaft eben nicht zum finanziellen Erfolg. Reichtum resultiert vielmehr aus dem Glück, wohlhabende Vorfahren zu haben, aus skrupellosen Unterdrückungsmethoden und aus der subtilen Ausbeutung durch Zinserträge.
Banken und Börsen werben oft mit dem Slogan: Lassen Sie das Geld für sich arbeiten! — Doch mal ehrlich, haben Sie schon jemals Geld arbeiten sehen? Sie stimmen wohl intuitiv zu, daß es wohl ziemlich unwahrscheinlich sein dürfte, daß morgen Ihre spärlichen Rubel eifrig zu Ihrem Arbeitsplatz rollen werden. Schließlich kann Geld als tote Materie naturgemäß nicht arbeiten! Doch welche Heinzelmännchen erwirtschaften dann den Gewinn der Anleger und Sparer?
Es sind aus analytischer Perspektive die Schuldner. Im Grunde genommen arbeitet also die Dritte Welt plus Unter- und Mittelschicht der Ersten Welt für die ehrenwerten Investoren von “Tun- und Tatnix.” Zwar floriert der Kapitalismus, jedoch kommt nur ein winziger Bruchteil der Menschheit in den Genuß des Reichtums.
Die Reichen unterdrücken die Armen, dies gilt sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Auf nationaler Ebene unterdrückt die Oberschicht die Mittel- und Unterschicht. Auf internationaler Ebene unterdrücken die Industrienationen die Entwicklungsländer.
Entwicklungsländer benötigen zur Armutsbekämpfung Kredite, die von Banken der Industrieländer genehmigt werden. Diese Kredite der Weltbank, des internationalen Währungsfonds und weiterer Kreditinstitute sind oftmals an strenge wirtschaftliche Sanierungsprogramme geknüpft, welche die nationale Souveränität unterhöhlen und die Bevölkerung in der Dritten Welt hart treffen. Dies erfolgt oftmals unter dem verlogenen Deckmantel der Entwicklungshilfe.
Die Kredite müssen später mit horrenden Zinsen zurückgezahlt werden. Um diese Kredite zurückzuzahlen, muß das Entwicklungsland andere höhere Kredite aufnehmen. Es gerät somit in immer höhere Auslandsverschuldung.
Die arme Unterschicht in den dortigen Ländern muß für die Tilgung der Auslandsschulden hart arbeiten und gerät trotzdem in immer tiefere Armut.
Durch Umschuldungsmaßnahmen werden die Schulden der Entwicklungsländer immer auf einem solchen Niveau gehalten, daß zwar die Wirtschaft nicht kollabiert, die kapitalimperialistische Unterdrückung der Entwicklungsländer jedoch aufrechterhalten wird.
Die Verschuldung der Dritten Welt ist natürlich nicht der einzige Grund für die dortige Misere. Ebenso spielt der zunehmende Raubbau an der Natur, kriegerische Konflikte, Verteilungsprobleme, Übervölkerung sowie der inländische Kontrast zwischen arm und reich eine gewichtige Rolle.
Trotzdem hätte das Elend der Entwicklungsländer ohne Internationalkapitalismus längst nicht so gravierende Ausmaße. Welch groteske Folgen die internationale Verschuldung zeitigt, wird insbesondere an der Landwirtschaft deutlich.
Die hochverschuldeten Entwicklungsländer bauen zur Devisenbeschaffung Maniokwurzeln, Sojaschrot, Getreidekleie und sonstige Rohstoffe für die Kraftfutterherstellung an. Diese Agrarrohstoffe werden in die europäische Gemeinschaft oder die USA exportiert. Dort wird damit Viehfutter für die grausame Massentierhaltung hergestellt. So importiert zum Beispiel die europäische Gemeinschaft für die billige Kuh- und Schweinemast Rohstoffe aus 72 außereuropäischen Ländern. (getreu dem Motto: Wir machen den Weg frei! Zumindest auf der Milchstraße zu den galaktischen EG-Butterbergen. — Ihre “BankRott”)
Die meisten dieser Rohstoffherkunftsländer haben eine Landwirtschaft, die nicht im entferntesten ihre eigene Bevölkerung ausreichend mit Nahrung versorgt. Die internationale Kreditpolitik pfuscht also den Entwicklungsländern indirekt ins Landwerk. Aber welche EuropäerInnen denken beim Verzehr ihrer Schnitzel schon an das gequälte Schwein oder gar an das hungernde Kind in der Dritten Welt?
Der Kapitalismus ermöglicht so, daß die Menschen für eine verschwindend kleine Minderheit des Jet-set schuftet. Die soziale Marktwirtschaft kann zwar die negativen Auswirkungen des Kapitalismus kurzfristig lindern, auf lange Sicht wird das Elend der Menschheit durch das Quacksalberattribut sozial jedoch nicht beseitigt. Während die Mittel- und Oberschicht der Industrienationen zugegebenermaßen im Luxus schwelgt, lebt trotz all dieser Sozialheuchelei schon heute die überwiegende Mehrheit der sozialen kapitalistischen Welt in unsozialer Armut.
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks erschallt die kapitalistische “SündPhonie” in de Luxe mittlerweile in fast jedem Winkel des runden “GloOpus” 0815.
Während einige “Wirt-uosen” im Takt des Dow-Jones auf die Pauke hauen, gehen die meisten Menschen flöten.
Allerdings sollen sich unter dem Auditorium immer mehr Musikbanausen tummeln, die auf diese Götterdämmerungs-Melodie pfeifen.
Schenkwirtschaft
oder
Schon wieder Schokolade
Die Schenkwirtschaft<


